erstellt von: lacravate, am 05.01.2012 18:54 , Clicks: 2961

Schmuck und Herrenmode - passt das zusammen?

Glitzernder Schmuck war jahrhundertelang eine Domäne der holden Weiblichkeit. Jedenfalls in unserem Kulturkreis. Während das unauffällige Silberkettchen unterm Hemdkragen gerade noch so akzeptable war, galt die dicke goldene Panzerkette schnell als proletenhaft. Herrenschmuck? Ist das nicht ein Widerspruch in sich? Der Gentleman schmückt sich nur mit Krawatte und Einstecktuch – und höchstens noch mit seiner schmuckbehangenen Gattin.


Nun, auch die Herrenmode wird individueller. Und dezenter Schmuck ist eine gute Möglichkeit, Persönlichkeit zu zeigen. Aber immer noch ist Schmuck bei Männern eine Gratwanderung. Während in vergangenen Jahrhunderten Schmuck dazu diente, Wohlstand zu demonstrieren, muss er heute in erster Linie zur Persönlichkeit passen. Mit kiloweise Gold und Brillanten kommt höchstens ein schwerreicher Rap-Star noch durch.


Der moderne Mann von heute hat zumindest zu seiner Freizeitgarderobe soviel Auswahl wie nie zuvor. Aber glitzernde Ketten und Steine sind sehr mit Vorsicht zu genießen. Die Materialien der Wahl sind heute Edelstahl und Leder, gerade bei jüngeren Trägern. Es wird selbst mit Stoffen iwe Gummi abgesetzt, einem Material, das man sonst wohl kaum mit Schmuck in Verbindung bringen würde. Zu lockerer Garderobe mit Polo oder T-Shirt passen auch kurze Holzketten hervorragend. Ein kleiner Anhänger in Silber an einem Lederband ist ebenfalls ein Klassiker.


Dennoch: die guten alten Goldketten haben ausgedient. Zentimeterbreite Panzerketten aus massivem Gelbgold tragen wirklich nur noch alternde Rapper und Zuhälter. Lediglich als südländischer Typ mit offenem Hemdkragen und sonnengebräunter Haut kommen Sie noch damit durch, und selbst dann ist weniger mehr.


Anders ist die Lage, wenn Sie sich etwas förmlicher Kleiden. Zwar ist es nicht so, dass Schmuck zum Anzug generell tabu wäre. Aber das meiste ist hier nicht mehr ohne weiteres gern gesehen.


Sehr elegant sind Manschettenknöpfe. Sie werten jedes Businesshemd gleich eine Stufe auf und beweisen Stil und Understatement. Immerhin sind sie nur selten zu sehen, zeigen aber dennoch: hier geht jemand über das Geforderte hinaus. Nur keine Brillanten oder auffälligen Steine, denn ein Gentleman würde nie zum Angeber werden.


Umstritten ist die Krawattenspange oder Krawattenklammer. Sie hält die Krawatte am Hemd fest und kann obendrein ein stylisches Accessoire sein. Vorausgesetzt, sie ist nicht auffällig. Eine Spange aus schlichtem Edelmetall kann gut aussehen. Große Klammern mit Dollarzeichen sind selbst dann Fehl am Platz, wenn Sie in einer Bank arbeiten. Allerdings strahlt die Krawattenklammer auch schnell eine gewisse Hektik aus, nach dem Motto: ich bin so viel in Bewegung, dass ich sonst meine Krawatte verliere. Wenn Sie sich für eine Krawattenspange entscheiden, tragen Sie sie nicht im oberen Bereich der Krawatte, sondern klemmen sie weiter unten schräg an. Das wirkt sehr viel lässiger und weniger bemüht.


Die Armbanduhr ist das Schmuckstück, bei dem Sie noch am ehesten etwas investieren sollten. Denn eine solide Armbanduhr strahlt Zuverlässigkeit aus. Besser als übertriebene Multifunktions-Chronometer ist eine schlichte silberne oder goldfarbene Automatik. Die hat zwar ihren Preis, aber dafür hält sie ein Leben lang, wenn Sie sie gut behandeln.


Sonst sollten Sie Schmuck nur dann tragen, wenn er eine Bedeutung hat. Der Ehering ist in Ordnung. Wenn Sie einer Organisation angehören, die Wappenringe ausgibt, oder einen alten ererbten Siegelring ihr eigen nennen, wird Ihnen das auch keiner übel nehmen. Ein kleiner goldener Pin im Knopfloch des Jacketts ist ebenfalls unproblematisch, aber auch nur, wenn er für eine Organisation oder Initiative steht, in der Sie tatsächlich Mitglied sind. Vermeiden Sie alles Beiwerk, das ausschließlich schmücken soll.


Natürlich gibt es selbst bei solchen dekorativen Kleinigkeiten ein paar Grundregeln. Die wichtigste: Stimmen Sie das Metall aufeinander ab. Bei goldenen Manschettenknöpfen sollte Ihre Krawattenklammer ebenfalls goldfarben sein, und idealerweise auch Ihre Uhr und Ihre Gürtelschnalle. Lediglich der Ehering darf notfalls vom Farbschema abweichen.


Traditionalisten kennen übrigens noch eine Regel: Gold sollte nicht nach Einbruch der Dunkelheit getragen werden. Aber das ist schon lange kein eisernes Gesetz mehr.


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