erstellt von: lacravate, am 05.01.2012 18:54 , Clicks: 2829

Den richtigen Gürtel finden

Der Gürtel – stylisches Accessoire oder notwendiges Übel?


Manche Erfindungen sind ausgesprochen praktisch. Hosenträger zum Beispiel. Sie halten die Hose da, wo sie hingehört. Sie zwängen auch den Bauch nicht ein. Sie sehen aber nicht besonders gut aus. Während die alten Modelle in Leder und Catgut zum Knöpfen durchaus einen gewissen Charme versprühen, sind ihre Nachfahren mit Plastikclip und Neonfarben oft einfach nur noch peinlich, vor allem wenn man sie, wie in fast jedem Geschenkladen zu finden, auch noch mit witzigen oder pseudowitzigen Sprüchen garniert.


Während gerade manche klassisch englische Anzugschnitte geradezu nach Hosenträgern verlangen, hat sich inzwischen ein anderes Accessoire als Standard durchgesetzt: der Gürtel. Als uraltes Kleidungsstück hat er einen militärischen Ursprung. Sein Zweck war über Jahrhunderte nicht, die Hose oder die Tunika zu halten, sondern ein Schwert daran zu befestigen. Das „Wehrgehänge“ galt als Zeichen des aufrechten Mannes, jemanden seines Gürtels zu berauben, kam einer symbolischen Kastration gleich. Der nordische Gott Thor bezog seine übermenschliche Kraft von seinem magischen Gürtel Megingiard, und im Nibelungenlied ist Brünhild in dem Moment überwunden, in dem Siegfried ihr den Gürtel raubt.


Zudem war der Leibriemen praktisch. Denn wunderbar konnte man außer der Waffe auch noch eine Vielzahl von Beuteln, Haken oder Taschen daran festmachen. Seinen großen Durchbruch im Zivilleben erlangte der Gürtel jeweils nach den beiden Weltkriegen. Die aus dem Krieg heimkehrenden Männer wollten auf den als Bestandteil der militärischen Uniform genutzten Gürtel nicht mehr verzichten. Zudem führte der Wegfall der Weste zu einer geringeren Beliebtheit des Hosenträgers, schließlich hätte man sie nun gesehen, sowie das Jackett weggelassenen wurde.


Vom praktischen Alltagswerkzeug wurde der Gürtel nach und nach zu einem Modestatement wie Hemd, Krawatte oder Einstecktuch. Zu eleganten Anzügen gehören ebenso elegante Gürtel, und auch ein Freizeitoutfit kann durch den richtigen Gürtel gleich ganz anders wirken.


Leider kann man sich aber auch ganz schnell ein ansonsten perfektes Outfit mit dem falschen Leibriemen ruinieren. Denn der Gürtel muss passen. Und das auch ganz wörtlich. Ist der Gürtel zu kurz, wirken Sie darin übergewichtig, egal ob Sie wirklich ein paar Kilo mehr auf den Rippen haben oder nicht. Ein zu langer Gürtel hingegen lässt Sie schlaksig erscheinen. Der Gürtel sollte hinter der Gürtelschnalle.


Ein typischer Anfängerfehler ist es, den Gürtel nicht mit den Schuhen abzustimmen. Ist der Schuh schwarz, greifen Sie zum schwarzen Gürtel, ist er braun, zum braunen. Bei Rottönen im Schuhleder darf es auch um die Leibesmitte auch schon mal Braun sein. Idealerweise passt zudem die Gürtelschnalle vom Metall her zu Ihrer Armbanduhr. Deren Armband sollten Sie übrigens ebenfalls in den Farbmix mit einbeziehen.


Je größer ein Gürtel ist, desto lässiger wirkt er. Also, keine überdimensionalen Jeansgürtel zum Anzug, nicht einmal wenn sie das berühmte H als Schnalle haben... Ein schmales Modell in glattem Leder ist in jedem Fall die bessere Variante. Gürtel mit Koppelschlössern sollten Sie ebenfalls zu formeller Garderobe vermeiden. Als Grundregel kann gelten: überall, wo der Anlass eine Krawatte erfordert, ist ein breiter Gürtel fehl am Platz. Auch Stoffgürtel sollten Sie dann vermeiden, selbst wenn manche Exemplare zu Jeans recht ansprechend wirken können.


Ein Casual-Outfit kann übrigens auch sehr interessant mit einem Flechtgürtel wirken. Aber übertreiben Sie die Gürtelvielfalt nicht. Denn schließlich wollen Sie ja, dass die Leute Ihnen ins Gesicht sehen. Und nicht auf die Taille.


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