erstellt von: lacravate, am 05.01.2012 18:54 , Clicks: 2860

Kleidung vor der Kamera

Kennen Sie das? Auf dem letzten Urlaubsvideo sehen Sie irgendwie farblos aus. Dabei war doch eigentlich gegen Ihr Outfit gar nichts einzuwenden. Und wenn Sie sich ins Sonnenlicht drehen, gibt die Kamera auf. Ärgerlich.


Was im Privatbereich einfach nur lästig ist, wird zum Riesenproblem, wenn Sie beispielsweise beruflich vor der Kamera zu tun haben. Dazu müssen Sie gar nicht mal Filmschauspieler oder Nachrichtensprecher sein. Selbst die Produktvorstellung Ihres Unternehmens oder eine kleine Pressekonferenz können dazu führen, dass Sie vor der Linse stehen – und wenn es nur auf dem internen Monitor ist. Auch bei den immer beliebteren Videokonferenzen und Webcam-Chats ist die richtige Kamera-Optik nicht ganz unwichtig. Zudem spielen inzwischen Videoaufzeichnungen bei der Dokumentation von Vorgängen eine wichtige Rolle. Selbst bei Vorstellungsgesprächen und Einstellungstests wird inzwischen mehr und mehr mit der Videokamera gearbeitet.


Manchmal macht man dabei eine nicht ganz optimale Figur. Denn nicht alles, was in Natura gut aussieht, kommt auch vor einer Kamera gut an. Die Kamera nimmt Dinge anders wahr als das menschliche Auge. Dabei kann man die gröbsten Probleme im Bild vergleichsweise einfach vermeiden.


Das fängt schon bei der Farbwahl an. Im direkten Gespräch würde man vielleicht, um zu überzeugen, zu einer roten Krawatte greifen. Die strahlt Autorität und Selbstbewusstsein aus. Leider hat sie bei Aufnahmen einen unguten Nebeneffekt. Allzu kräftige Farben neigen dazu, auf andere, weniger dominante Farbtöne abzustrahlen. Ihr weißes Hemd kann da schnell optisch einen leichten Rosa-Stich bekommen. Oder schlimmer noch: Ihr Gesicht wirkt so gerötet, als hätten Sie gerade einen Herzinfarkt. Komischerweise tritt dieser Effekt erheblich stärker bei warmen Farben auf.


Blautöne sind selten ein Problem.


Ein weiterer Punkt ist Kontrast. Das Spiel mit Kontrasten ist einer der Grundzüge gelungener Herrenmode. Wiederum ist hier aber die Kamera zu beachten. Ein besonders strahlendes Weiß kann Ihren Teint optimal zur Geltung bringen, Ihre Krawatte perfekt inszenieren und Frische und Reinheit ausstrahlen. Nehmen Sie nun aber einen Scheinwerfer hinzu, so bringt der hohe Farbkontrast die Helligkeitssensoren der Kamera durcheinander. Sie stellt sich auf dieses strahlende Weiß ein, passt die Belichtung entsprechend an, und der Rest des Bildes erscheint zu dunkel und zudem farblos. Das selbe gilt für einen matten schwarzen Anzug, nur mit umgekehrten Vorzeichen. Vermeiden Sie in jedem Fall ein komplett schwarzes oder komplett weißes Outfit. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen möchten, vermeiden Sie beide Farben komplett.


Ein dunkelblauer Anzug ist immer eine gute Idee. Aber wählen Sie das Hemd ruhig in hellem Blau. Das entschärft die Kontraste und lenkt den Blick des Betrachters dahin, wo Sie ihn hin haben wollen. Nämlich auf Ihr Gesicht.


Was ebenfalls eine schlechte Idee ist, sind gemusterte Stoffe. Bei direkter Betrachtung kann das Auge sie problemlos erkennen. Auf dem Bildschirm ist im ungünstigsten Fall nur ein schillerndes Moiré-Muster zu sehen. Also bleiben Sie lieber bei einzelnen Farben. Jedenfalls beim Anzug. Bei Ihrer Krawatte wird Ihnen ein wenig Schimmer niemand übelnehmen.


Es gibt eine Kleinigkeit, mit der Sie die Kamera völlig irritieren. Wenn Sie einen Lichttechniker oder Kameramann nach DER Todsünde im Outfit fragen wird er Ihnen sagen: alles,was blitzt und blinkt. Denn gleißende Lichtreflexe sind das letzte, was Sie wollen. Nicht nur dass sie ablenken, sie bringen auch den Kontrast und die Helligkeit durcheinander. Also, keine glänzenden Manschettenknöpfe (wenn doch, zeigen Sie sie zumindest nicht in die Kamera), keine Krawattenspange, keine glänzenden Pins.


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